Neuropathischer Schmerz

Starke Schmerzen, die plötzlich und scheinbar grundlos auftreten, werden als neuropathische Schmerzen bezeichnet. Solche Schmerzen hinterlassen keine sichtbaren Anzeichen am Körper oder auf der Haut, sondern werden durch Schädigungen direkt im Nervengewebe ausgelöst.

Ursachen und Risikofaktoren von neuropathischem Schmerz

Die Ursachen für Nervenschädigungen, die neuropathische Schmerzen auslösen, sind vielfältig, häufig tritt der Schmerz erst einige Zeit nach der ursächlichen Nervenschädigung auf. Typischerweise verläuft der Schmerz entlang eines Nervs – so zum Beispiel auch bei neuropathischem Schmerz infolge einer Gürtelrose. Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine Infektion mit dem Herpesvirus, das auch für Windpocken verantwortlich ist. Nach Ausheilen der Gürtelrose kann es zu chronischem Schmerz entlang des betroffenen Nervs kommen. Dieses Phänomen heißt Post-Zoster-Neuralgie.

Symptome von neuropathischem Schmerz

Neuropathischer Schmerz wird auch als Nervenschmerz bezeichnet.

Betroffene beschreiben ihre Schmerzen häufig als brennend, elektrisierend, ziehend oder auch heiß. Darüber hinaus kommt es zu weiteren Missempfindungen wie Kribbeln oder Juckreiz. Eine weitere Begleiterscheinung neuropathischer Schmerzen ist die Allodynie: Dabei handelt es sich um eine Überempfindlichkeit des betroffenen Hautareals, die dazu führt, dass bereits sanfte Berührungen oder leichte Kälte- bzw. Wärmereize als schmerzhaft wahrgenommen werden.

Diagnostik von neuropathischem Schmerz

Zur Diagnostik gehören eine ausführliche Anamnese – bei der der Arzt die genauen Symptome und die Entstehungsgeschichte der Schmerzen erfragt –, eine körperliche Untersuchung sowie die Erfassung von Schmerzqualität, Schmerzstärke und Ausbreitung der Schmerzen. Dafür kommen gegebenenfalls Fragebögen auf elektronischer Basis zum Einsatz.Ebenfalls sollten mögliche Differenzialdiagnosen berücksichtigt und ausgeschlossen werden. Dabei handelt es sich um andere Erkrankungen, die jedoch dieselben oder ähnliche Symptome auslösen.Eine Schwierigkeit bei der Diagnose stellt das häufige Bedürfnis von Ärzten und Betroffenen dar, die genaue Ursache der Schmerzen herauszufinden und greifbar zu machen – sie wünschen sich deswegen einen Befund mittels Röntgenbildern oder durch neurologische Untersuchungen. Bei neuropathischem Schmerz gibt es jedoch keine Möglichkeit, die Erkrankung durch bildgebende Verfahren oder andere Untersuchungen genau zu diagnostizieren, da die schmerzleitenden Fasern nicht mit Geräten untersucht werden können.

Therapiemöglichkeiten bei neuropathischem Schmerz

Die Behandlung neuropathischer Schmerzen erfolgt mit verschiedenen Medikamenten.

Für die Behandlung neuropathischer Schmerzen stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. Eine medikamentöse Behandlung kann dabei neben Schmerzmitteln auch die Gabe weiterer Medikamente beinhalten, um die Funktion der Nerven zu normalisieren und zu stabilisieren. Dafür kommen Antidepressiva und sogenannte Neuroleptika oder auch Antikonvulsiva zum Einsatz.

Darüber hinaus kommen – in Abhängigkeit von der Ursache der Schmerzen – auch Injektionen oder operative Verfahren wie ein Schmerzschrittmacher zum Einsatz.